Gemeindeführer
Rakovica
Eine hügelige Wohngemeinde am Südrand Belgrads, gewachsen um eine einst prägende Motorenindustrie. Stark bei Platz, Grün und Bahnanschluss; schwach bei Ausgehen, Kultur und ebenem Gelände.
- Amtlich €/m²
- 2.219 €/m²
- Neubauprojekte
- 4
Überblick
Rakovica liegt am südlichen Rand des eigentlichen Belgrad, auf den Hügeln zwischen den inneren Gemeinden und dem offenen Land Richtung Avala. 104.456 Menschen leben hier (Volkszählung 2022). Gewachsen ist der Bezirk in Schichten und nicht nach einem Plan: Wohnblocks der Nachkriegszeit auf Miljakovac, Kanarevo Brdo, Labudovo Brdo und Petlovo Brdo, dazwischen Straßen mit Einfamilienhäusern, dazu die alten Dorfkerne von Resnik und Kijevo, die die Stadt beim Wachsen einfach aufgenommen hat.
Mit dem Namen verbindet man in Belgrad bis heute das Motorenwerk, das den Bezirk jahrzehntelang ernährt hat. Besucht wird Rakovica kaum; es ist ein Wohnort für rund hunderttausend Menschen, mit dem Zentrum eine Bus- oder Bahnfahrt entfernt.
Geschichte
Der Name ist älter als die Stadt, die ihn eingeholt hat: An der südlichen Zufahrt nach Belgrad lagen ein Dorf und das Kloster Rakovica, lange bevor die Bebauung hier ankam. Der Bruch kam im 20. Jahrhundert, als Rakovica zur industriellen Werkbank Belgrads wurde. Das hiesige Motorenwerk zählte zu den bekannteren Betrieben des Landes und zog Arbeitskräfte aus ganz Serbien an; dem Werk folgte der Wohnungsbau, auf den umliegenden Hügeln entstanden Siedlungen für die Belegschaften.
In den 1970er-Jahren wurde Rakovica eine eigene Gemeinde. Nach den 1990er-Jahren brach die Industrie weg, große Areale blieben halb genutzt zurück, und das Wachstum verlagerte sich auf Wohnungen — 601 fertiggestellte Wohnungen pro Jahr (2024) bei 301 erteilten Genehmigungen (2025).
Das Besondere
Das Argument für Rakovica heißt Platz zum Preis. Der durchschnittlich erzielte Neubaupreis lag 2024 bei 2219 €/m², das durchschnittliche Nettogehalt bei 1158 € im Monat (April 2026); eine Familienwohnung geht hier rechnerisch auf, weiter innen nicht. Dazu kommt Grün: 104 erfasste Parks und Grünflächen sowie 116 Sportanlagen in der Gemeinde, und die bewaldeten Hänge oberhalb von Miljakovac werden tatsächlich genutzt und nicht nur betrachtet.
Passend ist das für Familien, für Leute, denen Hanglage und Aussicht mehr bedeuten als das Café um die Ecke, und für alle, die im Süden oder Westen der Stadt arbeiten. Deutlich weniger passend für Studierende, Nachtschwärmer und autofreie Haushalte: eine Universität gibt es hier nicht, die Gastronomiedichte ist mit 0,73 je 1.000 Einwohner niedrig, und die Steigungen machen den Alltag ohne Auto zur Planungsaufgabe. Durchschnittsalter: 43,4 Jahre.
Leben hier
Der Alltag ist lokal und häuslich. 16 Schulen und 12 Kindergärten versorgen die Gemeinde (0,15 Schulen je 1.000 Einwohner), dazu 33 Apotheken und neun erfasste Krankenhaus- und Klinikstandorte (0,40 Gesundheitspunkte je 1.000) sowie 63 Supermärkte für den Wocheneinkauf. Ausgehen ist dünn: 76 Restaurants und Cafés, also 0,73 je 1.000 Einwohner, und nur fünf erfasste Kulturorte — für Theater und Konzerte fährt man in die Innenstadt.
Dafür gibt es Freiraum: 104 Parks, 116 Sportanlagen und bewaldete Hügel, auf denen ganzjährig gegangen und gelaufen wird. Die Bewohnerschaft mischt alteingesessene Familien aus den Industriejahrzehnten mit Zugezogenen, die die Preise aus dem inneren Ring gedrängt haben; 33,8 % haben einen Hochschulabschluss.
Verkehr
Beim Bahnanschluss steht Rakovica besser da als die meisten Außengemeinden: Die Strecke nach Süden führt durch die Gemeinde, und die Bahnhöfe Rakovica und Resnik werden vom Vorortzug BG Voz bedient, der das Zentrum ohne Straßenverkehr erreicht. Den Rest übernehmen Busse, die über die Hauptachsen in die Innenstadt fahren; auf den Hauptstraßen ist der Takt ordentlich, in den Hangsiedlungen darüber merklich dünner.
Mit dem Auto durchquert der Kružni put die Gemeinde und verbindet Osten und Westen des südlichen Belgrad, die Straßen nach Süden führen zügig aus der Stadt. Innerhalb eines Viertels ist alles zu Fuß erreichbar; zwischen den Vierteln sind die Höhenunterschiede spürbar, weshalb in den oberen Straßen meist ein Auto in der Familie steht.
Sehenswürdigkeiten
Für dieses Gebiet wurden noch keine Sehenswürdigkeiten erfasst.
Das Gebiet in Zahlen
Vollständige Statistik- Offizieller Preis pro m² (RZS)
- 2.219 €/m²Januar 2024
- Durchschn. Nettogehalt
- 1.158 €April 2026
- Bevölkerung (Zensus 2022)
- 104.456Januar 2022
- Baugenehmigungen (Jahr)
- 301Januar 2025