Gemeindeführer
Pivara
Eine Stadtgemeinde von Kragujevac, benannt nach der Brauerei. Zentrumsnah, gemischt aus Wohnen und Gewerbe – und am besten Straße für Straße zu beurteilen.
Überblick
Pivara ist eine der Stadtgemeinden von Kragujevac, dem Verwaltungszentrum der zentralserbischen Šumadija. Der Name stammt von der Brauerei, die im 19. Jahrhundert in der Stadt gegründet wurde, und er trifft den Charakter des Gebiets bis heute: älterer städtischer Bestand nahe am Zentrum, in dem Wohnen und Produktion nebeneinanderliegen statt sauber getrennt zu sein.
Wie die übrigen Stadtgemeinden ist Pivara eher eine Verwaltungseinheit als ein einzelnes, in sich geschlossenes Viertel; sie umfasst ein Stück der geschlossenen Stadt und dazu ruhigere Siedlungen am Rand. Wer hier wohnt, sagt zuerst Kragujevac und erst dann Pivara.
Geschichte
Kragujevac war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Hauptstadt des Fürstentums Serbien, und vieles, was das Land zum ersten Mal bekam – das erste Gymnasium, das erste Theater, einen großen Teil der frühen Staatseinrichtungen –, bekam es hier. Danach kam die Industrie. Aus der in den 1850er Jahren gegründeten Militärwerkstatt wuchs später das Automobilwerk Zastava, und Kragujevac blieb das ganze 20. Jahrhundert hindurch eine der wichtigsten Fabrikstädte Serbiens.
Pivara ist innerhalb dieser Geschichte gewachsen. Die namengebende Brauerei gehörte zu den frühen Betrieben, und die Wohnbebauung ringsum füllte sich, als die Arbeiter kamen. Die Stadtgemeinden selbst sind eine sehr viel jüngere Verwaltungsschicht, gezogen erst bei der Gliederung des Stadtgebiets.
Das Besondere
Das ehrliche Argument für Pivara lautet: gewöhnliches Kragujevac, nah dran, ohne den Repräsentationswert des Zentrums selbst. Ein großer Teil der Gemeinde liegt nur einen Fußweg oder eine kurze Fahrt vom Stadtkern entfernt, Einkauf, Schule und Arbeit sind also nah. Der Bestand reicht von älteren Wohnblocks über Einfamilienhäuser mit Garten bis zu einzelnen Neubauten.
Passend ist das für Menschen, deren Leben ohnehin in Kragujevac verankert ist – Arbeit in der Stadt oder im Werk, Familie in der Nähe, kein Pendeln nach Belgrad. Weniger passend für alle, die ein einheitliches, durchgestaltetes Wohnquartier suchen oder die Auswahl einer größeren Stadt brauchen. Die Qualität wechselt von Straße zu Straße; man sollte die konkrete Adresse ansehen, nicht die Gemeinde.
Leben hier
Der Alltag ist Stadtalltag im Maßstab von Kragujevac, und das heißt vor allem: wenig ist weit. Die täglichen Besorgungen erledigt man in Wohnnähe oder im Zentrum, das für weite Teile der Gemeinde nah genug liegt, um als lokal zu gelten.
Alles Größere teilt man sich mit dem übrigen Kragujevac: Theater und Museen in der Altstadt, die Fakultäten der Universität und der Gedenkpark Šumarice am anderen Ende der Stadt, zugleich die größte Grünfläche und das Wochenendziel der Kragujevacer. Die Bewohnerschaft ist gemischt statt sortiert: alteingesessene Familien, Werksarbeiter, Studierende zur Miete und Zugezogene aus den umliegenden Dörfern.
Verkehr
Kragujevac ist kompakt genug, dass man aus weiten Teilen Pivaras ins Zentrum laufen kann; den Rest übernimmt der städtische Busverkehr. Straßenbahn oder S-Bahn gibt es nicht, geplant wird also mit Bus und eigenem Auto, und Parken ist hier leichter als im Kern.
Für Fahrten aus der Stadt: Kragujevac liegt nicht auf der Achse Belgrad–Niš, sondern daneben, angebunden über die Landstraße zur Autobahn bei Batočina und ostwärts Richtung Jagodina und Moravatal. Eine Bahnstrecke existiert und trifft am Knoten Lapovo auf die Hauptstrecke, ist aber langsam und dünn bedient. Die meisten fahren mit dem Auto oder dem Fernbus, und die Busverbindungen nach Belgrad sind häufig.
Sehenswürdigkeiten
Für dieses Gebiet wurden noch keine Sehenswürdigkeiten erfasst.