Gemeindeführer
Petrovaradin
Petrovaradin ist die Gemeinde von Novi Sad am rechten Donauufer, in Syrmien, geprägt von der habsburgischen Festung und den bewaldeten Hängen der Fruška Gora. Haus, Garten und Flussblick innerhalb der Stadtgrenze — dafür die Abhängigkeit von den Brücken.
Überblick
Petrovaradin ist der Teil von Novi Sad, der jenseits der Donau liegt, in Syrmien, direkt gegenüber der Innenstadt. Während die übrige Stadt flache pannonische Ebene ist, steigt das Gelände hier sofort an: zuerst der Fels mit der Festung über dem Strom, dann Terrassen aus Häusern und Gärten, die zur Fruška Gora hinaufführen.
Zur Gemeinde gehört nicht nur der Ort selbst, sondern auch Sremska Kamenica und die Dörfer an den Hängen über der Donau. Entsprechend wirkt Petrovaradin weniger wie ein Stadtviertel als wie eine Reihe eigenständiger Siedlungen: niedrige Bebauung, viel Grün und deutlich ruhiger als das linke Ufer. Das Zentrum liegt sichtbar auf der anderen Seite des Wassers und ist bei freien Brücken in wenigen Minuten erreicht.
Geschichte
Der Fels über der Donau ist seit römischer Zeit befestigt, als hier das Lager Cusum stand; später folgten eine mittelalterliche Abtei mit Burg und im sechzehnten Jahrhundert die osmanische Herrschaft. Nachdem die Habsburger den Platz Ende des siebzehnten Jahrhunderts eingenommen hatten, begannen sie mit dem Bau der heutigen Festung: eine Bastionsanlage nach dem modernsten Festungsbau ihrer Zeit, mit kilometerlangen, in den Fels getriebenen Gängen, errichtet über weite Teile des achtzehnten Jahrhunderts. 1716 schlug Prinz Eugen von Savoyen das osmanische Heer unterhalb ihrer Mauern.
Weil die Ansiedlung in der befestigten katholischen Stadt beschränkt war, ließen sich serbische Kaufleute und Handwerker am gegenüberliegenden Ufer nieder — aus dieser Siedlung wurde Novi Sad. Petrovaradin ist heute eine Gemeinde ebendieser Stadt.
Das Besondere
Das Argument fürs Wohnen hier ist schlicht: Nirgends sonst in Novi Sad bekommt man Haus, Garten, Hanglage und Flussblick, ohne die Stadt zu verlassen. Die Grundstücke sind größer, die Bebauung ist niedriger, und wo die Straßen enden, beginnt die Fruška Gora. Das passt zu Familien, die Platz brauchen und mit dem Auto leben können, zu Menschen im Homeoffice und zu allen, die eine überschaubare Siedlung einem Wohnblock vorziehen.
Weniger passt es zu allen, die alles zu Fuß erledigen wollen: Geschäfte und Dienstleistungen liegen verstreut, die Straßen sind steil und oft schmal, und Arbeit, Bahnhof, Universität und Ausgehen finden auf dem anderen Ufer statt. Wer die tägliche Brückenfahrt zur Hauptverkehrszeit nicht aushält, sucht besser anderswo.
Leben hier
Der Alltag ist lokal und ruhig. Bäckereien, kleine Läden und einige Cafés decken das Tägliche ab; zum Ausgehen gibt es die Lokale und Gartenterrassen der Unterstadt unterhalb der Festung sowie das Festungsplateau, das die Anwohner wie einen Park mit Aussicht nutzen. Größere Einkäufe bedeuten meist die Fahrt nach Novi Sad. Kindergärten und Grundschulen gibt es in den Siedlungen; weiterführende Schule und Universität liegen am linken Ufer.
Der eigentliche Vorzug ist die Fruška Gora mit ihren Wander- und Radwegen, Weingärten und Obstgärten, wenige Minuten bergauf. Die medizinischen Institute in Sremska Kamenica sind ein wichtiger Arbeitgeber vor Ort. Die Bevölkerung ist eine Mischung aus alteingesessenen Familien und Zugezogenen, die aus den Wohnblocks der Stadt hierhergezogen sind und gebaut haben.
Verkehr
Alles hängt an den Donaubrücken. Die Varadiner Brücke führt direkt unterhalb der Festung hinüber und ist der kürzeste Weg in die Innenstadt, zu Fuß oder mit dem Rad; den schwereren Verkehr nehmen die Freiheitsbrücke und die Žeželj-Brücke auf, die Straße und Eisenbahn zugleich trägt. Stadtbusse verbinden Petrovaradin und Sremska Kamenica ganztägig mit dem Zentrum, in den Hangdörfern allerdings deutlich seltener.
Auf der Straße führt die alte Belgrader Route am rechten Ufer über Sremski Karlovci, und über die Fruška Gora gelangt man nach Irig und Ruma; nach Süden kommt man also unkompliziert weg, nach Norden oder Westen erst über den Fluss. Innerhalb der Gemeinde lässt sich in jeder Siedlung gut gehen, zwischen ihnen kaum — Hänge und Entfernungen machen das Auto zum Normalfall.
Sehenswürdigkeiten
Für dieses Gebiet wurden noch keine Sehenswürdigkeiten erfasst.